11.05.2018

Milchkonsum

Die Österreicher sind treuer - beim Butter

Jüngst mussten vom Lebensmitteleinzelhandel erfreulicherweise die Preise für Deutsche Markenbutter wieder angehoben werden. Auch im vergangenen Jahr war das Thema Butterpreise für die Medien von höchstem Interesse.
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Mit dem Allzeithoch Ende September war der Butterpreis mit 1,99 Euro/250 g im Preiseinstiegssegment um 70 Cent/250 g höher als ein Jahr zuvor. Nach den Analysen der Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) auf der Basis des GfK-Haushaltspanels hat diese Preisentwicklung den deutschen Verbraucher dazu veranlasst, weniger Butter einzukaufen. Insgesamt wurden 2017 im Lebensmitteleinzelhandel rund 266.000 Tonnen Butter eingekauft. Die Buttereinkäufe gingen um insgesamt 8,5 Prozent zurück, dies betraf vor allem Herkünfte aus Deutschland.
 
Bei ausländischer Ware fiel das Minus deutlich geringer aus, die bekannte Butter aus Irland konnte mit attraktiven und aggressiven Preisaktionen, mit zum Teil unter dem deutschen Preiseinstiegssegment, sogar leicht zulegen. Konsequenter scheinen hier die Anhänger von biologisch erzeugter Ware zu sein. Das Segment Bio-Butter konnte um 8,6 Prozent zulegen. Wie aber der deutsche Verbraucher wirklich tickt, zeigte sich an der Entwicklung beim Verbrauch von so genannten Streichmischfetten, in der Regel mit 65 Prozent Anteil Butterfett. Als die "reine" Butter über die Preisschwelle des Mischfettes sprang, erlebte dieses Streichfett einen wahren Boom, der Verbrauch stieg in 2017 um ein volles Drittel. Der Absatz lag hier bei immerhin 60.000 Tonnen.
 
Erfreulich ist auch die Tatsache zu werten, dass der klassische Butterersatz, die Margarine, beim Verbraucher auf immer weniger "Gegenliebe" fällt. Dann eher gleich "Landliebe". Der Absatz ging trotz teilweise aggressiver Aktionspolitik zweistellig zurück und lag bei 208.000 Tonnen. Man kann also konstatieren, dass der deutsche Verbraucher hoch preissensibel ist, aber der Butter durchaus treu bleibt. Ohne Butter geht es bei ihm nicht, aber er geht halt dann auch fremd, weil die Butter nicht unbedingt deutsch sein muss. Das wirft wiederum die Frage auf, wie ernst man des deutschen Verbrauchers Anspruch nach Herkunft und regionaler Erzeugung nehmen darf.
 
Ganz anders die Situation im Nachbarland Österreich: Auch dort stiegen natürlich die Preise für Butter an, die eingekaufte Menge - es waren knapp 23.000 Tonnen über den Lebensmitteleinzelhandel - ging aber nur um 1,2 Prozent zurück. Butter-Liebhaber sind treu, auch wenn sie etwas teurer ist, stellte dazu treffend die AgrarMarkt Austria (AMA) fest. Treuer trotz teurer, möchte man mit Blick auf den etwas weniger konsumpatriotischen deutschen Verbraucher noch ergänzen.