06.07.2018

Lebensmitteleinzelhandel

Butterpreise leicht rückläufig

Nach drei aufeinanderfolgenden Preiserhöhungen haben die Butterpreise beim jüngsten Kontraktabschluss einen kleinen Dämpfer erhalten. Bekanntlich wurden die Preise Anfang März für die Dauer von zwei Monaten erhöht, anschließend folgten Kontrakte mit einer Laufzeit von jeweils einem Monat.
In dieser Zeit kletterten die Abgabepreise für den 250 g Ziegel von 1,29 € auf zuletzt immerhin 1,89 €/250 g. Der neue Verkaufspreis ist für den laufenden Monat Juli auf 1,85 Euro/250 g festgelegt, der Abgabepreis der Molkereien, nach unseren VMB-Informationen, um 27 Cent/kg zurückgenommen worden.
 
Durch die zuletzt sehr kurzen Laufzeiten von zwei, zuletzt sogar nur einem Monat folgen die Butterpreise sehr zeitnah den Entwicklungen am Markt und den Notierungen an der Börse. Ungewöhnlich ist allerdings, dass sogar relativ kleine Bewegungen nach oben oder unten sofort weitergegeben werden. Während der Lebensmitteleinzelhandel vom Markt erzwungene Preiserhöhungen naturgemäß nicht kommuniziert, werden kleine Preissenkungen wie aktuell regelrecht zelebriert. Als Beispiel kann hier der Lebensmittelhändler NORMA genannt werden, der sich sogar zu einer eigenen Auslage in seinen Filialen genötigt sah.
 
Hier kommen Sie zum Prospekt der Norma:
 
Übertragen könnte man annehmen, dass sich der Handel über eine Preissenkung von 4 Cent/250 g Markenbutter mehr freut als die Milchbauern über einen dringend benötigten Regen von 40 mm. Neben der konventionellen Butter wurden übrigens auch die Preise von Bio-Butter um 4 Cent/250 g, das Mischfett "die Streichbare" in gleicher Höhe sowie die 200 g-Packung der Eigenmarken "Leckerrom" von Gouda und Maasdamer ebenfalls nach unten angepasst.
 
Wie ist nun diese Markt- und Preisentwicklung zu werten:
In den letzten Wochen haben sich die Märkte, auch der an sich stabile Fettmarkt, bestenfalls seitwärts bewegt, teilweise sogar leicht negative Tendenzen entwickelt. Die jüngste Internetauktion beim neuseeländischen GDT (Global Dairy Trade) Mitte dieser Woche zeigte den gleichen, leicht negativen Trend auch beim Fett. Die Bäume wachsen also nicht in den Himmel, trotzdem stellt sich der Fettmarkt als insgesamt sehr stabil dar.
 
Die jetzt saisonal zurückgehenden Milchmengen sowie die niedrigeren Fettgehalte werden keinen einschneidenden Preisrückgang zulassen. Die Auswirkungen der warmen, vor allem der regenarmen Witterung bleiben ebenso abzuwarten wie die Spekulation, welche Mengen wirklich für die zweite Hälfte des Jahres eingelagert worden sind. Aber: Mit Preisen um die 6 Euro pro kg liegt der Fettpreis deutlich über dem langjährigen Mittel und wird auch für die kommenden Monate der Treiber für eine positive Milchpreisentwicklung sein.