22.12.2008

Auswirkungen des Milchlieferboykotts auf die Milchanlieferung in Bayern

Das Institut für Ernährungswirtschaft und Markt der Landesanstalt für Landwirtschaft in Bayern veröffentlichte die in den Monaten Mai und Juni in Bayern abgelieferten Milchmengen. Von den bayerischen Milcherzeugern wurden im Mai und Juni insgesamt 1.125.228 Tonnen Milch an die Molkereien abgeliefert, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 122.090 Tonnen  entspricht. Dieser deutliche Rückgang ist im überwiegenden Maße auf die zehn Tage Lieferboykott vom 27. Mai bis 5. Juni 2008 zurückzuführen. 
 
Zur Berechnung des möglichen Anteils des Lieferboykotts beim Rückgang der Milchablieferung wurde wie folgt vorgegangen. Der Rückgang im April gegenüber dem Vorjahr lag in den Bezirken zwischen 0,54 und 2,25 Prozent. Einzige Ausnahme war die Oberpfalz, in der 2,01 Prozent mehr abgeliefert wurden. Da die tatsächlichen Veränderungen der Milchmenge im Mai und Juni auf Grund des Lieferboykotts nicht bekannt sind, wurden die Werte von April zu Grunde gelegt. Bei der Berechnung der tatsächlichen Veränderung im Mai und Juni mit der angenommenen normalen Entwicklung (Werte von April) ergeben sich die wohl realistischen prozentualen Rückgänge der Milchanlieferung durch den Lieferboykott. Im Ergebnis errechnet sich für Bayern, dass im Mai 44.380 Tonnen bzw. 6,96 Prozent und im Juni 57.195 Tonnen bzw. 10,62 Prozent weniger Milch angeliefert wurden als ohne Milchlieferboykott zu erwarten gewesen wäre. Für beide Boykottmonate ergibt sich somit eine Milchmenge von 101.575 Tonnen die nicht an die Molkereien abgeliefert wurde. Dies sind bezogen auf die gesamte Ablieferungsmenge in Bayern 1,44 Prozent.
 
Auswirkungen des Lieferboykotts auf die Milchablieferung in Bayern
Prozentualer Rückgang im Mai und Juni 2008, ohne saisonalen Rückgang