06.04.2018

QM-Milch

Nachhaltigkeitsmodul Milch

Vor einem Jahr ist das Pilotprojekt „Nachhaltigkeitsmodul Milch“ als freiwilliges Zusatzmodul zu QM-Milch gestartet. Inzwischen haben über 3.000 Milcherzeuger mit ihren Molkereien an der Nachhaltigkeitsbefragung teilgenommen.
Das Verbundprojekt wird im Rahmen der Innovationsförderung vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert. Projektpartner sind das Thünen-Institut für Betriebswirtschaft in Braunschweig, der QM-Milch e.V. mit den Trägerverbänden Deutscher Bauernverband (DBV), Deutscher Raiffeisenverband (DRV) und Milchindustrie-Verband (MIV) sowie das Projektbüro Land und Markt, Hamburg. Des Weiteren ist der Landeskontrollverband (LKV) Nordrhein-Westfalen in Krefeld eingebunden.
 
Bei der Erarbeitung des "Nachhaltigkeitsmoduls Milch" hat sich von bayerischer Seite sehr stark BBV-Milchpräsident Günther Felßner eingebracht. Er hat vor allem darauf gedrängt, dass das Modul möglichst praxisgerecht und vom Umfang her für die Milcherzeuger noch tragbar ist.
Aber nicht in allen Punkten konnten die bayerischen Forderungen Mehrheiten finden.
 
Praxispartner des laufenden Pilotprojektes sind derzeit bundesweit 34 Molkereien mit ihren Milcherzeugern. Aus Bayern nehmen an der auf drei Jahre ausgelegten Pilotphase insgesamt 10 Molkereien in Abstimmung mit ihren Milcherzeugern teil, eine Molkerei kommt aus dem genossenschaftlichen Bereich. Für die ersten neun Molkereien und Landwirte bundesweit wurden bereits individuelle Ergebnisberichte erstellt, weitere Datensätze befinden sich derzeit beim Thünen-Institut für Betriebswirtschaft in der Auswertung. Mit dem Nachhaltigkeitsfragebogen werden Daten zu rund 70 Indikatoren erhoben, die Aspekte aus den Bereichen Ökonomie, Ökologie, Soziales und Tierwohl abbilden.
 
Um das Nachhaltigkeitsmodul Milch bei den Kunden der Molkereien bekannter zu machen, wurden im November 2017 Vertreter des Lebensmitteleinzelhandels und der Lebensmittelindustrie zu einem Workshop in Berlin eingeladen, an dem auch die VMB-Geschäftsführung teilgenommen hat. Ziel dieser Veranstaltung war es, über das Nachhaltigkeitsmodul Milch und das Qualitätsmanagementsystem QM-Milch zu informieren sowie zu einem Dialog in der Wertschöpfungskette Milch einzuladen. Aufgrund der positiven Resonanz wird dieser Austausch fortgesetzt. Ausdrücklich wird in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass Nachhaltigkeitsprogramme und Qualitätssicherungssysteme nicht als Alleinstellungs- oder Profilierungsmerkmal einzelner Unternehmen verstanden werden dürfen. Denn sonst würden diese zur Beliebigkeit geraten und keinen wirklichen Mehrwert für die Milcherzeuger schaffen. Die in solchen Standards liegenden Chancen können nur dann für die Milchbranche und den Marktpartnern erschlossen werden, wenn sie als Branchenlösungen umgesetzt werden. "Der Dialog in der Kette mit den Akteuren des Handels und der verarbeitenden Industrie muss diesen Weg nehmen“, betont dazu DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken, Vorstandsvorsitzender des QM-Milch e.V.