11.01.2018

Milchpreise international

LTO Milchpreis November 2017: Fast unveränderter Auszahlungspreis

Der niederländische Bauernverband LTO, errechnete in Zusammenarbeit mit Zuivel NL und der EDF (European Dairy Farmers), einen Gesamtmilchpreis der in Europa größten milchverarbeitenden Unternehmen. Für den Monat November 2017 ermittelte der Verband einen Durchschnittswert in Höhe von 36,84 Cent. Gegenüber dem Vormonat bedeutet dies eine Reduzierung von 0,02 Cent. Jedoch im Vergleich zum Vorjahr weist der Betrag eine Steigerung in Höhe von 5,98 Cent bzw. ein Plus von 19,4 Prozent auf. Die Zahlen beziehen sich dabei auf ein Kilogramm Milch, mit 4,2 Prozent Fett, 3,4 Prozent Eiweiß, netto, ab Hof, mit einer Jahresleistung des Betriebes von durchschnittlich 500.000 Kilogramm Milch.
Die sichtbare Stagnation der Milchpreise in Europa der letzten drei Monate zeigt, dass die Marktparameter nicht mehr die aufsteigende Tendenz der vorangegangenen Monate einnehmen. Mit Beginn des zweiten Quartals des Jahres 2017, konnten die Verarbeiter zumeist anziehende Marktpreise umsetzen und diese bis zum Monat November 2017 auch größtenteils halten. Infolge der derzeitigen Marktschwäche, begleitet mit einer etwas erhöhten Milchanlieferungsmenge, sowie einer weltweit noch immer geschwächten Kaufkraft, wird das Preisniveau der meisten Standardprodukte nicht mehr auf der gegenwärtigen Höhe zu halten sein. Bereits im November 2017 haben einige Molkereien ihre Standardwaren preislich niedriger abgesetzt, obwohl ein anziehendes Weihnachtsgeschäft erwartet werden konnte. Vorwiegend im Buttersegment aber auch bei Käse wurden infolgedessen Preisreduzierungen vorgenommen. Auch einige der aufgeführten Molkereien haben bereits bekundet, dass sie im Dezember 2017 bzw. spätestens zum Jahresbeginn 2018, ihre Milchpreise, zum Teil auch kräftiger, zurücknehmen werden. Der niederländische Bauernverband LTO meldet aus diesem Grund Erlösrückgänge von 2 bis zu 5 Cent.
 
Die europäischen Durchschnittspreise konnten die meisten Molkereien im Monat November 2017 in der Höhe, bei wenig Streubreite, halten. Auffällig ist bei den ermittelten Zahlen, dass sich die im Frühjahr besser auszahlenden französischen Molkereien, nun zum Jahresende 2017 im unteren Auszahlungsbereich befinden. Im Gegensatz dazu konnten vor allem die deutschen Molkereien beim Durchschnittspreis noch einmal zulegen.
 
Die ebenfalls geschwächte Marktsituation auf dem Weltmarkt, die auch der gefallene Tender des Global Dairy Trade verdeutlicht, hat bewirkt, dass sich auch die Milchpreise auf anderen Kontinenten verringert haben. Obwohl Fonterra in Neuseeland für die Milchsaison 2017/18, hinsichtlich der Wertschöpfung im Milchbereich, wieder einen recht freundlichen Jahrespreis kalkulierte, wurde dennoch der Milchpreis im November 2017 gegenüber dem Vormonat um über 2 Cent herabgesetzt. Umgekehrt zeigen die Marktparameter in Amerika eine gefestigte Position, so dass für die Milcherzeuger der Vereinigten Staaten im Auszahlungsbereich eine leichte Preisverbesserung umgesetzt werden konnte.
 
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