30.11.2017

Kieler Rohstoffwert November 2017

Kieler Rohstoffwert November 2017: Wert verliert deutlich an Position

Aus den Notierungswerten für Butter und Magermilchpulver der Süddeutschen Butter- und Käsebörse, Kempten, ermittelt das Institut für Ernährungswirtschaft, Kiel (ife) den sogenannten Kieler Rohstoffwert, also die durchschnittliche Milchwertung beim Verkauf von Milchfett und Milcheiweiß. Für den Monat November 2017 kalkulierte das Institut eine Höhe von 32,9 Cent pro Kilogramm Milch (bei 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß, netto, ab Hof). Gegenüber dem vergangenen Monat bedeutet dies eine erneute und markante Reduzierung in Höhe von 6,4 Cent, so dass nicht einmal noch die 33-Cent-Linie gehalten werden konnte.
Obwohl Milchfett im Herbst und vor allem von den Weihnachtsfeiertagen rege gefragt wird, konnten die Handelspreise für Butter Stück- und Blockware, aufgrund durch eines erhöhten Angebotes, nicht mehr gehalten werden. Beim Discounter und im Einzelhandel wurde der Kilopreis von Ziegelware um mehr als 1,50 Euro gesenkt. Zudem hat die Blockbutter, teilweise bereits schon im Oktober, heftig an Marktposition verloren. In diesem Segment reduzierten sich die Handelspreise um über 2 Euro pro Kilogramm. Ebenso wird Magermilchpulver unter dem Interventionsniveau abgesetzt. Aufgrund dieser negativen Handelspositionen konnte der Milchpreis der Standardinhaltstoffe nicht gehalten werden. Infolgedessen verringerte er sich um 6,4 Cent pro Kilogramm.
 
Die Verwertung von Magermilch liegt bereits schon seit Jahresbeginn unter keinem allzu guten Stern. Allerdings doch etwas überraschend ist das heftige Absinken der Milchfetterlöse. Aufgrund der erhöhten Milchproduktion im zweiten Halbjahr 2017 in Europa, wurde zwar mit einem erweiterten Butterangebot und einer leicht verringerten Verbrauchernachfrage im Herbst gerechnet. Andererseits ist in ersten drei Quartalen 2017 gut 4,5 Prozent weniger Butter erzeugt worden. Auch sind während des Jahres keine Buttermengen in die Privatlagerhaltung gegangen, sodass der ansteigende Bedarf für Weihnachten nicht über diese Möglichkeit ausgeglichen werden kann. Insofern verwundern die gegenwärtigen Marktpreisentwicklungen von Butter und Rahm.
 
Da die Marktsituation auch im Übergang in die Adventszeit über keine erwähnenswerte Impulse verfügt, ist im Monat Dezember 2017 mit einer ähnlichen Höhe des Kieler Rohstoffwertes zu rechnen.