03.08.2017

Milk Market Observatory

EU-Marktausschuss – Sitzung vom 25. Juli 2017

Die 22. Sitzung des MMO-Wirtschaftsausschusses fand zum dritten Mal in diesem Jahr, am 25 Juli 2017, mit Teilnehmern von Vertretern aus den verschiedenen Stufen der Milchwirtschaft statt: Mit CEJA (Junglandwirte), COPA-COGECA (Produzenten und Genossenschaften), ECVC Via Campesina (Landwirte), EMB (European Milch Board), EDA (Milchindustrie), Eucolait (Milchwirtschaft) sowie der Eurocommerce (Einzelhandel).
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In verschiedenen Diskussionsrunden wurde die derzeit vorherrschende Marktsituation von den Experten analysiert und entsprechend bewertet. Zusammengefasst lassen sich daraus folgende Ergebnisse ableiten:
 
Die Milchproduktion in der Europäischen Union ging in den Monaten Januar bis Mai 2017 um 1,1 Prozent zurück, so dass sich die Menge um 700 Millionen Kilogramm Milch gegenüber dem Vorjahr reduzierte. Wesentlich für diesen Rückgang war vor allem die Milcherzeugung in Deutschland und Frankreich verantwortlich. Andererseits meldeten inzwischen die Länder Irland, Italien, Polen sowie Estland einen Anstieg der Milchmenge über das Vorjahresniveau.
 
Der durchschnittliche EU-Milchpreis erreichte im Monat Mai 2017 einen Wert von 32,9 Cent pro Kilogramm Milch. Dies bedeutet eine Steigerung um 2,5 Prozent gegenüber dem 5-Jahresschnitt bzw. eine Erhöhung des EU-Milchpreises um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für den Monat Juni 2017 wird schätzungsweise ein Wert über 33 Cent pro Kilogramm Milch erwartet.
 
Mit Ausnahme von Magermilch- und Molkenpulver haben sich die Preise von Butter und Käse in der Europäischen Union verbessert. Nach wie vor besteht allerdings weiterhin eine hohe Preisdisparität zwischen der Verwertung von Milcheiweiß und Milchfett. Obwohl einige Mengen abverkauft wurden, sind die öffentlichen Lagerbestände von Magermilchpulver sind am Ende des Monat Mai 2017 nochmals leicht angestiegen. Bei Butter erwarten die Experten, unter Berücksichtigung der Im- und Exportentwicklung, sowie dem Kaufinteresse der Verbraucher, für das Jahr 2017 ein Defizit der Produktionsmenge von ungefähr 60.000 Tonnen. Die Lagerbestände bei Käse erweisen sich als sehr ausgeglichen.
 
Die Welt-Milchproduktion hatte von Januar bis Mai 2017 einen Rückgang von 0,25 Prozent zu verzeichnen. In der Hauptsache war für diese Verringerung das Milchaufkommen in der Europäischen Union verantwortlich. Aber auch Neuseeland und Australien haben ihre saiso-nale Milchproduktion mit einem leichten Rückgang der Milchmenge abgeschlossen. Allerdings wird in der nächsten „Milchsaison“ in Ozeanien mit einem leichten Anstieg der Produktionsmenge gerechnet.
 
Deutlich erhöht haben sich im Monat Mai 2017 weltweit die Milchexporte. Hauptabnehmer im Milchpulverbereich ist nach wie vor China. Bei Magermilchpulver wird weiterhin mit einem verhaltenen Preisniveau gerechnet, da die Haupteinkäufer spekulativ mit dem derzeitigen Überschuss an Beständen, preisliche Rückgänge kalkulieren. Der Handel mit Butter verläuft ebenfalls reduzierter, da trotz der hohen Preise, gegenwärtig eine niedrige Verfügbarkeit vorherrscht. Die Käseexporte gehen weiterhin stetig voran und konnten für die ersten fünf Monate in der globalen Nachfrage ein Plus von 6,3 Prozent erreichen. Bei der Betrachtung der Gesamtsituation des Milchmarktes prognostizieren die Kommissionsmitglieder für die kommenden Monate eine gefestigte Marktposition. Jedoch wird von den Exporten als Beeinträchtigung die gegenwärtig verhaltene Verwertung von Magermilchpulver angesehen.