09.02.2018

Entwicklung Milchpreise Deutschland

Im Norden bröckeln bereits die Milchpreise

In der kommenden Woche wird der VMB die durchschnittlichen Auszahlungsleistungen der bayerischen Molkereien im Februar für Januar 2018 präsentieren können. Vor wenigen Tagen hat die AMI nun die Zahlen veröffentlicht, die auf Bundesebene im Januar für den Monat Dezember an die Milchbauern ausbezahlt wurden. In Deutschland sind die Milcherzeugerpreise im Dezember schon leicht zurückgegangen.
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Die bekannt schwächeren Tendenzen, die ab Herbst 2017 an den Märkten für Milchprodukte zu beobachten waren, setzten sich folglich zeitverzögert auch auf der Erzeugerstufe bei den Milchauszahlungspreisen durch. Allerdings ist - wenig überraschend - diese Entwicklung vor allem in den nördlichen Regionen zu beobachten. Im Süden Deutschlands, allen voran in Bayern, sind die durchschnittlichen Milchpreise noch stabil gewesen.
 
Die Molkereien in Deutschland zahlten nach Schätzungen der AMI im Dezember durchschnittlich 38,5 Ct/kg für konventionell erzeugte Kuhmilch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß. Damit nahm ein Großteil der Molkereien ihre Auszahlungsleistung zurück, sodass im Durchschnitt 0,5 Ct weniger ausgezahlt wurde als im November, in dem bereits erste Rücknahmen beim Milchgeld zu verzeichnen waren. Einige Unternehmen, vor allem im Südwesten, konnten zum Jahresende jedoch das Auszahlungsniveau halten oder sogar etwas erhöhen. Dadurch kam es im Ranking der Bundesländer zu teils deutlichen Verschiebungen. Gegenüber dem Vorjahr lagen die Milcherzeugerpreise jedoch im Durchschnitt weiterhin mit 6,6 Ct im Plus, wenngleich der Vorsprung sich seit August vergangenen Jahres mehr als halbiert hat.
 
Auf der Ebene der Bundesländer sind die Milcherzeugerpreise nahezu flächendeckend zurückgegangen oder verfehlten das Niveau des Vormonats knapp. Regional konnten die Molkereien allerdings das Auszahlungsniveau des Vormonats halten. Dies trifft vor allem auf Bayern und Baden-Württemberg zu. In Schleswig-Holstein sind die Auszahlungspreise im Vergleich der Bundesländer hingegen am stärksten gesunken. Generell ist das auf und ab der Milchpreise im nördlichsten Bundesland am extremsten ausgeprägt. Im Mai 2017 lagen die dort ansässigen Molkereien im Ranking noch am Tabellenende. Ab der Jahresmitte stiegen die Erzeugerpreise bis in den Herbst jedoch überdurchschnittlich an. Dabei wurde die Marke von 40 Ct/kg im September und Oktober überschritten, was Schleswig-Holstein bei der Auszahlung bundesweit den Platz an der Sonne bescherte. Ab November mussten die Milcherzeuger dort allerdings im Zuge der stark rückläufigen Preise für Butter, Rahm und bei der Spotmilch wieder Rücknahmen im Milchgeld hinnehmen. Durch das deutliche Minus von 2,2 Ct im Dezember übernahmen die Nordlichter, nach vier Monaten in Folge auf dem Spitzenplatz, mit 37,4 Ct/kg zum Jahresende wieder die rote Laterne. Durch den deutlichen Rückgang der Erzeugerpreise im Norden Deutschlands, konnte Thüringen erneut den Spitzenplatz im Ranking einnehmen. Das Milchgeld für die Erzeuger betrug dort im Dezember 39,1 Ct/kg. Gegenüber November fiel die Senkung der Preise mit 0,1 Ct/kg vergleichsweise gering aus. Darauf folgten auf einer Linie Berlin/Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg, die mit 38,7 Ct/kg nahezu gleich viel ausbezahlt haben. Die Molkereien in der Region Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland haben, wie die Unternehmen in Baden-Württemberg, ihren Auszahlungspreis des Vormonats nahezu beibehalten. Hier ermöglichten die langfristig abgeschlossenen Kontrakte mit dem Lebensmitteleinzelhandel bei Trinkmilch, auf höherem Niveau, eine Preisstabilisierung. Dadurch lag die Auszahlungsleistung hier bei 38,0 Ct/kg. In Zusammenhang mit der merklichen Rücknahme in Schleswig-Holstein konnte die Region einen Platz gut machen und das Tabellenende verlassen.
 
Mit den vorliegenden, für Dezember noch geschätzten Zahlen folgt jetzt auch ein erster Blick auf das Jahres-Ranking:
Nach Schätzungen der AMI erreichten die Erzeugerpreise für konventionelle Kuhmilch mit standardisierten Inhaltsstoffen, im bundesweiten Jahresmittel, inklusive Nachzahlungen rund 36,0 Ct/kg. Das ist ein Drittel mehr als im Krisenjahr 2016 und nach den beiden schwachen Vorjahren wieder ein, im langfristigen Vergleich, überdurchschnittliches Ergebnis.
 
Die Aussichten für 2018 sind getrübt, wenngleich sich - wie auch der VMB mehrmals bereits berichtet hat - die Märkte bereits wieder etwas stabilisieren. Dies muss sich allerdings in den kommenden Wochen mit Blick auf die anstehenden großen Listungsgespräche noch bestätigen.